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Mortimer Barten Leben und Leben lassen

Mortimer Barten

Leben und Leben lassen

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Massenkonsum und Müll. Wie ändern wir unsere Gewohnheiten? Am besten spielerisch!

Wann haben wir uns eigentlich darauf geeinigt, dass es okay ist unseren Müll einfach in die Gegend zu werfen? Out of sight, out of mind. Die Mosel erinnert mit ihrem Hochwasser unfreiwillig daran, dass es nicht ganz so einfach ist.

Sie spült unsere Faulheit in Form von jeder Menge Kleinkram ans Ufer und stellt ihn dort ganz ungeniert zur Schau, aufdringlich und hässlich. Plastik braucht Tausend Jahre (oder so) bis es  zersetzt ist. Puh, Glück gehabt, dann braucht's mich ja nicht zu interessieren. Irgendeine Generation wird sich schon drum kümmern. So wie wir uns mit ausgelutschten Brennstäben rumärgern dürfen. Oder dem Rückgang der Gletscher. Oder mit dem erodierenden Böden der Monokultur in der Landwirtschaft. Oder Mikroplastik im Trinkwasser.

Was heute wegfliegt kommt morgen wieder.Zitat eines Freundes der früher einen Müllaster fuhr.

Ups, die Folgen der Müllproduktion sind ja schon da. Hab ich nicht grad noch behauptet wir hätten noch ungefähr Tausend Jahre Zeit? Das war wohl nix, so'n Mist. Wir sind schon mittendrin in den Folgen unserer Konsumgesellschaft. Dabei ist Konsum gar nicht falsch, macht sogar Spaß und ist letztlich ein Grundpfeiler unserer Gesellschaftsform. Kann man ja nicht einfach abschaffen. Deshalb macht der Verzicht auf Konsum uns auch solche Angst, denn er geht mit Verlustängsten einher, die an unsere Grundwerte gehen. Dabei verwechseln wir den Verzicht auf Massenkonsumgüter gerne mit totalem Verzicht. Dat muss aber gar nicht. Der Ansatz ist, Konsum um den Faktor des Bewusstseins zu erweitern. Bewusstseinserweiternder Konsum, quasi, ganz ohne Drogen.

So manche Plastikflasche legt einen weiten Weg zurück auf ihrer Reise des Nicht-Verfalls. Der Mensch erhebt sich über das Tier weil er ja so ein derbe krasses Bewusstsein hat. Haha, dass ich nicht lache. Zeig mal, wo ist es denn so? Haste grad nicht mit? Macht nichts, dann handelst du wohl unbewusst. Wie ein Tier? Nein, denn ein Tier beschmutzt sein eigenes Nest nicht und achtet den Kreislauf der Natur. Ganz schön schlau, und dabei völlig unbewusst. Wir dagegen ertrinken im Müll. Steht uns das Wasser bis zum Hals? Was fehlt uns also? Und: fehlt uns überhaupt was?

Ich glaube das Problem ist, dass es uns an absolut nichts fehlt. Ständige Verfügbarkeit aller Güter, erweiterte Öffnungszeiten, Onlinehandel, zinslose Kredite usw. vermitteln den Eindruck als wäre alles unendlich verfügbar und für alle zu haben. Der Konsum kostet uns als Einzelperson also fast nichts mehr. Und das ist gut so. Warum? Weil diese Freiheit großen Gestaltungsfreiraum mit sich bringt. Etwas, das kein Zwang ist, kann man auf jeden Fall ändern, damit spielen, herumprobieren und neue Sachen rausfinden. Auf geht's!

Ich hab mir gedacht, um mein Konsumverhalten zu ändern brauche ich also erstmal mehr Bewusstsein dafür. Darauf aufbauend kann ich dann Gewohnheiten ändern oder annehmen, die mein Verhalten im Alltag beeinflussen. Und am besten hab ich auch noch Spaß dabei. Also sollte es am besten ein Spiel sein. Und das geht so: Dieses Jahr hab ich mir vorgenommen, mehr gegen den Müll zu tun. Ich klebe jetzt z.B. immer wenn ich den gelben Sack tausche ein Post-It mit dem aktuellen Datum auf das Gelben-Sack-Halterungs-Dingsbums (das übrigens voll aus Plastik ist, na toll!). Dadurch wird mir überhaupt mal bewusst, wie lange ich mit einem so nem Sack hinkomme. Und dann versuche ich jedes Mal, diesen Intervall zu verlängern, denn wenn der Intervall kürzer ist als der letzte, kriegt der Müllsack einen Punkt. Ist er länger, kriege ich einen. Dadurch ändere ich automatisch mein Einkaufsverhalten, weil mir beim Griff ins Regal plötzlich bewusst wird, wie viel Plastik ich da gerade in der Hand halte und vor allem, dass ich gerade gegen einen gelben Sack verliere. Na das werden wir ja sehn!

Im Auto klemm ich den letzten Tankbeleg sichtbar an, so dass mir beim nächsten Tanken bewusst wird, wie lange der Tank "gehalten" hat. Und dann nehm ich öfter wieder das Fahrrad. So wie als ich noch kein Auto hatte, da ging das auch. Als nächstes ist das Badezimmer dran. Für jede Tube und jede Dose die leer wird suche ich eine plastikfreie Alternative. Veränderung nach und nach, völlig stressfrei und doch nachhaltig. Mal sehn, wie lange ich dafür brauche und vor allem: was ich dabei alles entdecke. Die Suche nach Alternativen beginnt im Kleinen. Über ein paar gute Möglichkeiten im Raum Trier, Müll zu reduzieren, hab ich hier ja schon geschrieben. Oder gehts du etwa gerne den Müll rausbringen? Na, dachte ich's mir doch.

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