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Mortimer Barten Veganismus und Nachhaltigkeit

Mortimer Barten

Veganismus und Nachhaltigkeit

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Auffrischungskurs Prozentrechnung

Ich habe vorgestern eine Doku über die Zukunft der Ernährung gesehen, deren Erkenntnisse mich unfreiwillig zum Lachen gebracht haben obwohl es ganz ernst gemeint war. Die Sendereihe dazu ist vom BR und wirklich empfehlenswert für jeden, der abnehmen will: Die Ernährung der Zukunft.

In der Sendung ergeben sich u.a. folgende Dinge: Für 2Kg essbares Rindfleisch braucht man 100Kg Weizen als Futtermittel. Den Verbrauch an Wasser, Kraftfutter, Arzneimitteln, Wachstumshormonen, den CO2 Ausstoß, die Nitratverseuchung des Bodens und die Entsorgung der Schlachtreste lassen wir jetzt mal außen vor. Selbst ohne diese quasi völlig zu vernachlässigenden Nebeneffekte wird das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag in der Fleischindustrie von Experten so schlecht eingestuft, dass die Sicherstellung der Ernährung zukünftig überdacht werden muss. 

Eine Lösung, die in der Sendung vorgestellt wird, könnte die groß angelegte Zucht von Insekten sein. Sie sind auf kleiner Fläche anbaubar und enthalten viele Proteine. Die Larven werden ebenfalls mit Weizen gefüttert, und aus 100Kg Weizen kann man ca 50Kg essbare Insektenmenge erhalten.

Ok, du darfst mich jetzt gerne einen krampfhaft weltverbessernden, starrsinnigen, realitätsfremden Veganer nennen, aber das ändert nichts daran dass ich nicht verstehe warum man aus 100Kg Weizen nicht einfach 100Kg Weizen macht (Doooh!). Oder noch besser, auf der Fläche einfach proteinhaltige Pflanzen anbaut, die man direkt verzehren kann. So wie früher. Manche erinnern sich, dass Omas kleiner Garten immer wieder X-Mal mehr Ertrag brachte als die Familie essen konnte. Haben wir vergessen. Warum nicht dahin zurück? Das geht auch im großen Stil. Die Nitratbelastung durch Überdüngung wird automatisch rückgängig gemacht und der CO2 Ausstoß massiv verringert. Tierleid wird vermieden. Böden können sich regenerieren. Usw. Weißt du alles schon, ja ja gähn gähn.
Aber so einfach ist das offenbar nicht, denn unsere Angst vor Mangel ist zu groß.

Der Proteinmangel

Ist es nicht irre? Unser gesellschaftlicher Glaubenssatz, dass rein pflanzliche Ernährung nicht ausreicht, um genug Proteine zu bekommen, ist so stark, dass wir lieber unseren Ekel überwinden, Insekten zu essen, nur um uns nicht auf pflanzliche Produkte verlassen zu müssen. Ok, sie werden uns in visuell verträglicher Form serviert werden um das Hirn zu überlisten. Im Grunde so wie es mit Fleisch gemacht wird. Eigentlich bleibt also alles beim alten. Wir missbrauchen Tiere sinnlos und verschwenden mehr Ressourcen als wir Ertrag daraus kriegen um unseren Konsum zu befriedigen. Aus 100Kg Weizen 100Kg Nahrung zu machen, ha, was für ein Quatsch! Das rentiert sich doch gar nicht! Deshalb nennt man uns wohl Verbraucher.

Mythos Massentierhaltung

Gestern kam in den Nachrichten, dass in Deutschland über ein Viertel (!) der Fläche das Grundwasser mit zu viel Nitrat belastet ist. Es gelangt durch die Überdüngung der Viehweiden dahin. Düngemittel wird übrigens aus was hergestellt? Genau, aus dem Kot der Tiere. Lecker!  Ein Experte in dem Bericht sagt ganz nüchtern: Für die Fläche haben wir einfach zu viele Tiere in der Massentierhaltung. Das Ergebnis ist Überdüngung. Äh, ja. So einfach ist das also. Komisch, alle die ich kenne essen NIE Fleisch aus Massentierhaltung. Nee echt, sie schwören's alle, und ich glaube ihnen, nee echt jetzt. Alles vom Bio-Ayurveda-Metzger im idyllisch ländlichen Dorfkern. Ich könnte dir daraus eine Statistik machen, die beweist, dass  Massentierhaltung aufgrund dieser Umfragen gar nicht existieren kann.

Warum Limo besser ist als Wasser

Dabei wird uns Veganern nachgesagt, dass wir den Kühen ja das Gras wegessen würden (haha). Warum das statistisch tatsächlich (also jetzt in echt statistisch) gar nicht hinhaut, wird in diesem unterhaltsam-lehrreichen Video erklärt.
Ihr Fleischesser sorgt außerdem schon bald dafür, dass wir den mit Arzneimittelrückständen und Hormonresten verseuchten Rasen nicht mal mehr mit Wasser runterspülen können. Nitrat ist nämlich Salz. Und Salz macht bekanntlich was? Genau, richtig durstig. Das wird die Industrie riesig freuen, denn dann können sie dir riesige Mengen künstlich hergestelle Limonaden andrehen, mit denen du den Insektenburger besser runterwürgen kannst.
Und wie heißt es schön am Ende fast jeder solcher Doku-Sendungen: Die (ordentlich gesalzene) Rechnung bezahlen am Ende wir, die Verbraucher.

Bon Appetit!

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